Streit über Sanktionen: Iran will Geschäfte in Dollar und Euro verbieten
Teheran eskaliert den Konflikt mit dem Westen: Als Antwort auf die verschärften Sanktionen droht Iran, den Handel in Dollar und Euro zu verbieten - die Währungen seien "schmutzig". Der Boykott betrifft auch Ölgeschäfte. Zudem will das Regime Werbung für westliche Produkte un- terbinden. Geschäfte sollten nur noch in den Währungen verbündeter Länder verrechnet wer- den, sagte der iranische Vizepräsident Mohammad Resa Rahimi laut iranischen Medienberich- ten. Auch für seine Geschäfte auf dem Dollar-dominierten Ölmarkt will das Land die beiden Wäh- rungen nicht mehr akzeptieren, sagte der Vertreter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Berichten zufolge. Iran ist der zweitgrößte Ölexporteur in der Organisation Erdöl exportie- render Länder ( OPEC). Zudem wolle die iranische Regierung als Reaktion auf die Sanktionen des Westens in den Straßen der Hauptstadt Teheran "jegliche Werbung für deutsche, englische oder südkoreanische Produkte" verbieten, drohte Rahimi. Den Drohgebärden zufolge plant Teheran nun zudem eine Steuererhöhung von 200 Prozent auf westliche Produkte, damit die Iraner nicht die "Waren der Feinde" kaufen. Vizepräsident Rahimi kündigte an, dass Iran weni- ger Waren aus der Europäischen Union einkaufen werde. Im vergangenen Jahr hatte Iran Pro- dukte aus EU-Ländern im Wert von 11,4 Milliarden Euro importiert, das entspricht 27 Prozent der gesamten iranischen Einfuhren. Stattdessen sollten die benötigten Waren selbst produziert wer- den, auch wenn dies Zeit brauche.
Mit seinem Nachbarstaat Irak will Iran die Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Der Handel zwi- schen beiden Staaten werde sich in naher Zukunft verdoppeln, kündigte der iranische Botschaf- ter Hassan Dannaie Fir in Bagdad an. Für iranische Güter sei der Irak "ein fruchtbarer Markt". Seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein haben iranische Firmen ihr Engagement im Irak ausgeweitet. Die USA, die für 2011 den Abzug ihrer Truppen aus dem Irak planen, betrachten dies mit Sorge. Auch die propagandistische Aussage eines früheren Befehlshabers der Revolutionsgarden könnte die USA verstimmen: Angeblich hat Iran Massengräber für amerikanische Soldaten aus- gehoben - als Vorbereitung auf einen möglichen US-Angriff. Die Grabstellen seien in der Provinz Chusestan im Südwesten des Landes vorbereitet worden, sagte General Hossein Kan'ani Moghadam der Fernsehnachrichtenagentur APTN. Iran reagierte damit offenbar auf eine Äuße- rung des amerikanischen Generalstabschefs Mike Mullen, der vergangene Woche erklärt hatte, die US-Streitkräfte hätten einen Angriffsplan gegen Iran in der Schublade. Mullen betonte aber zugleich, er halte eine Invasion für eine eher schlechte Idee. Moghadam sagte, in Chusestan seien während des Krieges gegen den Irak zwischen 1980 und 1988 getötete irakische Soldaten beerdigt worden. "Die Massengräber, die für Saddam Husseins Soldaten bestimmt waren, wur- den jetzt wieder für US-Soldaten vorbereitet, und das ist der Grund für diese große Zahl von Grä- bern", sagte Moghadam. In Filmaufnahmen, die APTN vorlagen, waren zahlreiche leere, frisch ausgehobene Gräber in einem Wüstengebiet in Chusestan zu sehen. siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,711142,00.html http://www.n-tv.de/politik/Iran-boykottiert-Euro-und-Dollar-article1242456.html