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Lyrik - philosophische Gedichte

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Spiritualität




Meine Gegenwart:
Auf der Erde - mit der Erde
Selten schwebe ich
einen glücklichen Moment
und vogelgleich
 

Oft aber
befinde ich mich im Inneren
eines uralten Gebirges
wandere unbekannte
dunkle Gänge entlang
vorbei an Erzquadern
und lichtlosen Wassern
 

Manchmal
verliert sich der Gang
zu einem weiten Raum
voll unermesslich hohem Dunkel
In diesen Kirchen
knie ich



(C)  Hans B.

 

Meine Seele ist ein blühender Kirschbaum
in blutiger Erde
In seinen Ästen fröhlich trällernd
bunt schillernde Paradiesvögel
mit beißendem Verwesungsgeruch
die Luft verwirbelnd
Flinke zackige Hackschnäbel
putzen das zerzauste,verseuchte Gefieder
blutbeschaumte Federstücke
fliegen auf ins Zwielicht
der fahlgelben Sonne




Meine Seele ist ein blühender Kirschbaum
in blutiger Erde
unter die Liebenden
nach inniger Umarmung
einander zärtlich hasserfüllt
die Augen ausstechen
ehe ihre Haut verglüht im Eisregen
Für die fetten Madenkannibalen
immerhungrige käfrige Aasfresser
bleibt nichts als schwarze Asche
aus der die ausgestochenen
Augen leuchten
wie die jungen Blüten des Kirschbaums
trotzend den letzten Frösten
in müllüberladenen Nächten der Einsamkeit
In die verätzten Seelenschalen
aus Todessehnsüchten und Wahnsinn
ergießt sich die schwarze Milch der Erkenntnis




Meine Seele ist ein blühender Kirschbaum
in blutiger Erde
einstmals gepflanzt
von erbkranken mutterlosen Missgeburten
in mond-und sternenlosen Gottesnächten
geweiht mit den verfaulten Gebeinen
längst verstorbener Wahrheiten
gesegnet mit dem Auswurf zerfressener Lungen
Bar jeder Vernunft und Hoffnung
voller Mordgier und Zerstörungswut
pumpen sie faulige Luft
mit rasselndem Atem in sich hinein

und würgen sie
mit dem gurgelnden Schmerzensschrei
des sterbenden Nymphalis Antiopa *
wieder heraus
aus dem blutverschmierten Rachen
winzige Knochensplitter, Eiter und Lungenfetzen
mitreißend in den zwielichtigen Morgen



Meine Seele ist ein blühender Kirschbaum
in blutiger Erde
der sich rauschend schüttelt
im aufbrausenden Wind
zum gewaltigen Sturm anwächst
ein flimmerndes federleichtes Meer
weißrosa Blütenflocken
Unschuld und endliche Reinheit
auf das Land um und unter sich schneiend
das schmerzensschwer trägt
an seinem Dasein
Synonym der Hoffnung und Zuversicht
Mahnung gegen den Hass und die Lüge
Treueschwur an das keimende Leben
Vorahnung ewiger menschlicher Werte
Traum aus apokalyptischen Nächten




Meine Seele ist ein blühender Kirschbaum





©  Hans B.



*Nymphalis Antiopa = Trauermantel Schmetterling
 

Just for fun




das leben


ganz einfach
sag
   was du willst
sag
   was du fühlst
hab
   vertrauen


Die Kohorten jener
die dich anspucken
verletzen
treten
prügeln
ist schon aufgestellt
allzeit bereit
dich zu vernichten

just for fun




(C)  Hans B.
 

Wenn ich nochmals geboren werde

werde ich ein Vogel sein
mit weichem Flügelschlag

werde ich ein Baum sein
im Zeitenwechsel wurzelnd

werde ich ein Stein sein
im tiefen Flussbett wandernd

werde ich eine Wolke sein
die aus dem Nebel wächst

werde ich eine Welle sein
die an das Ufer strebt




Wenn ich nochmals geboren werde
werde ich ein Mensch sein
von Anfang an







(C)  Hans B.
 

Erscheint in Kürze im

der alte Grauwolfzauberer ist mit “Wenn ich nochmals geboren werde”  einer der zahlreichen Autoren/-innen                                          

Link zum Verlag und Buchshop und ISBN Nr. folgt sobald als möglich

Ich reite auf dem Drachen
Ich brenne mit dem Feuer
Ich kralle mich an die Erde
Ich versinke in der Wasserflut
Ich stemme mich gegen den Sturm
Ich schwimme gegen den Strom
Ich heule mit den Wölfen
Ich fauche mit den Tigern
Ich brülle mit den Löwen
Ich schnurre mit den Katzen
Ich weine mit den Schmetterlingen
Ich streite mit den Ungeheuern
Ich kämpfe mit den Nachtgeistern
Ich leide mit den angstvollen Kindern
Ich wachse mit den alten und jungen Bäumen
Ich liege im Sonnenschatten der Gänseblume
Ich friere bei dem letzten Schrei des allerletzten Falken
Ich bin oft blind vor Zorn
Ich streite mit den Göttern - und gern
Ich feilsche mit den Teufeln - auch gern
Ich erstarre in der eisigen Winterkälte
Ich erblühe neu im lauen Frühjahrswind
Ich schwitze in der glühenden Sommerhitze
Ich erlebe mich immer noch schön im Herbst
Ich lache über mich - mit und über das Leben
Ich wandle Hand in Hand mit dem Tod













und sitze zwischen allen Stühlen
reitend auf dem Drachen
der feuerspeiend mit mir
streitet über ein Gefühl
eine vorläufige Wahrheit
für die ich noch keine Worte finde



©  Hans B
.

Hoffnung




Wir sagten: morgen
vielleicht -



und wieder
fiel eine Brückenstütze
in den Strom der Zeit
Doch ein Brückenbogen
verband Stern mit Stern
am dunklen Abendhimmel




und Hoffnung
schwang sich erneut herüber




©  Hans B.
 

Ich habe getanzt
und bin Tanz




Ich habe gesungen
und bin Gesang




Ich habe gemalt
und bin das werdende Bild




Ich habe geschrieen
und bin der Schrei




Ich habe geliebt
und liebe




Ich habe geträumt
und lebe den Traum meines Lebens





©  Hans B.
 

                                                                                                                       die ehemalige Volkspartei
                                                                                                                          direkt zu den Big News

Ich ging an jenem Tage
vor die Stadt
den Feuerbaum zu suchen
Der Wind trieb
taube Blätter vor sich her
und fing sich
in den Kronen der Bäume
Ich blickte auf
und sah:

er brannte....






©  Hans B.
 

Der Abgrund
birgt nur scheinbar
ein Geheimnis
Zu offenbar
ist das Dunkle
sodass wir es verbergen


Haben sich aber unsere Augen
ans Zwielicht gewöhnt
dann entsteigen unseren Herzen
die bizarrsten Kreaturen
Phantasmen
und alle Wesen der Gegenwelt


Auch sie wollen
angenommen sein





©  Hans B.

 

Weißen Sand aßen wir
den wir mit Händen
erschaufelten
wir aßen ihn nicht
wie Brot und Tränen




wir aßen ihn
wie ein Nachtkorn
das wie ein Auge
zum Auge war
wie ein Auge
das die Nacht vor uns schloss




doch das schlafende Auge
war nicht für immer




Weißen Sand aßen wir
tranken wir
mit unseren dürstenden Kehlen




Dort liegt das Korn
das zum Wasser schreitet
hell klingt sein Lied




©  Hans B.
 

Aus dem Dunkel
lodern Flammen
banngleich empor
wie eine Schlange
unter gelbgrünem Mond
vor düsterem Gebirge








So begann es






©  Hans B.

 

Ich folge inneren Sternzeichen
Wer versteht mich ?
Ich wandere durch die Wüsten
meines Inneren
folgend dem Stern
folgend dem Traum
meines Lebens
Ich spüre die Kraft
tief verborgen
unausweichlich




Ich muss diesen Weg gehen
gegen alle Widerstände






©  Hans B.

 

1.Prophezeiung




Im Licht des Abends
stand der Bach still
und begann
bergauf zu fließen
die Vögel erstickten
an ihrem Triller
stürzten
zu Boden
die Steine sangen
zu Gott
das Reh floh
in die Unwirklichkeit
der Städte



Im Licht des Abends
gebar sie
ihr ungeliebtes Kind
sie trug es an ihrer Brust
und nährte es
mit der Milch
aus Nachtlicht




©  Hans B
.
 

Mein Haus ist ein Minutenhaus
und du fragst nach dem Eintritt



Ich antworte
wo eine Tür ist
ist eine Tür
wo die Schwelle liegt
wirst du
nach dem Losungswort gefragt werden



nur ich passiere
und es ist stumm
auf meinen Lippen
und in meinen Häusern
ruht sich der Mond
auf bitteren Kräutern aus





©  Hans B.

 

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